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Seit 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der Mindestlohn. Da Arbeitgeber nicht verpflichtet sind, ihre Angestellten über ihre Ansprüche zu informieren, und unklar ist, welche Arbeitszeit zugrundegelegt, wie ermittelt und dokumentiert wird und es außerdem zahlreiche Ausnahmen gibt, haben das Bundesarbeitsministerium (030 60280028) und der DGB (0391 4088003) Telefondienste eingerichtet. Beschwerden bei Verstößen gegen das neue Gesetz müssen beim zuständigen Hauptzollamt eingehen. Weitere Informationen findet ihr hier.

Es geht auch anders. In Schweden gibt es keinen Mindestlohn. Dort handeln Gewerkschaften und Arbeitgeber existenzsichernde Grundlöhne aus und wollen keine staatliche Einmischung. Das ist möglich, weil über 70 Prozent der schwedischen  Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert sind. In Deutschland sind es nur 17 Prozent.

Für den Bereich des "Ehrenamts" gibt es eine Ausnahmeregelung. Das Mindestlohngesetz selbst (BT- Drucksache 18/1558) wurde ohne (mögliche) ergänzende Erläuterung und gebotenen Klarstellung so beraten und beschlossen. Da bislang unklar war, was man unter ehrenamtlich Tätigen als Ausnahmeregelung zu § 22 MiLoG zu verstehen hat, wurde der nachfolgende Beschluss ergänzend hierzu gefasst:

"Die Koalitions-Fraktionen sind mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales darin einig, dass ehrenamtliche Übungsleiter und andere ehrenamtlich tätige Mitarbeiter in Sportvereinen nicht unter dieses Gesetz fallen. Von einer "ehrenamtlichen Tätigkeit" im Sinne des § 22 Absatz 3 MiLoG ist immer dann auszugehen, wenn sie nicht von der Erwartung einer adäquaten finanziellen Gegenleistung, sondern von dem Willen geprägt ist, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Liegt diese Voraussetzung vor, sind auch Aufwandsentschädigungen für mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten, unabhängig von ihrer Höhe, unschädlich. Auch Amateur- und Vertragssportler fallen nicht unter den Arbeitnehmer-Begriff, wenn ihre ehrenamtliche sportliche Betätigung und nicht die finanzielle Gegenleistung für ihre Tätigkeit im Vordergrund stehen." (Quelle: Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales, BT-Drucksache 18/2010 v. 2.7.2014)

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