Unsere Website verwendet Cookies. Durch Klick auf den grünen Button geben Sie Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies und zur Datenschutzerklärung lt. neuer EU DSGVO.

facebook

Es ist Halbzeit im Modellprojekt „Wir schauen über den Altersrand – gemeinsame Betreuung von Kindern und Alten“. Auf einem Thementag stellte das SOS-Mütterzentrum Salzgitter vor, was die einzelnen Beteiligten im Alltag erleben, wie es von außen wahrgenommen wird und welchen Nutzen die Gesellschaft hat. In ihrem kurzweiligen Vortrag erinnerte die Bremer Soziologin Annelie Keil daran, dass es nicht nur ein ganzes Dorf braucht, um Kinder zu erziehen, sondern auch um zufrieden alt zu werden. Verbundenheit und das Gefühl dazu zugehören entstehen durch das generationenübergreifende umeinander Kümmern.

Der „Altersrand“ besteht aus der Kindergartengruppe Lotte & Co und den Tagesgästen des Altenservice, die zum Teil körperlich und geistig eingeschränkt sind. Es wird zusammen gegessen, gespielt, oder auch einfach nur zugehört und geschmunzelt, wenn die beiden Jungen am Tisch darum wetteifern, wer die größte Portion Nudeln schafft. Und wenn der kleine Malik nicht an den Wasserkrug kommt, hilft ihm die 82-jährige Tischnachbarin. Das Miteinander wirkt zwanglos und selbstverständlich.

Zu verdanken ist diese Leichtigkeit den Mitarbeiterinnen, die erfinderisch sein müssen, denn für diese Art der gemeinsamen Betreuung gibt es kein Vorbild in Deutschland. Außerdem müssen sie gesetzliche Vorgaben einhalten und die unterschiedlichen Ansprüche der jeweiligen Angehörigen erfüllen. „Eltern erwarten ja normalerweise, dass Kinder sinnvoll pädagogisch beschäftigt werden, während für die Angehörigen der alten Menschen der Wohlfühlfaktor im Vordergrund steht“, sagt Melanie Schulze, die das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Wer die Kinder und Alten beim „Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spiel“ beobachtet, kann sich davon überzeugen, dass alle auf ihre Kosten kommen: Spaß haben, lernen, einander verstehen und helfen. Für Kinder ist das die beste Voraussetzung um ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Für die alten Menschen ist es die beste Voraussetzung, um aktiv zu bleiben.

Unter den Gästen aus ganz Deutschland gab es einige, die das Betreuungsmodell auch in ihren Häusern umsetzen möchten. So ist das Mütter- und Familienzentrum aus Ingelheim gleich mit sechs Mitarbeiterinnen und einem Vertreter der Stadt angereist. „Wir arbeiten schon mit multiprofessionellen Teams und unser Haus bietet die Voraussetzungen das Altersrand-Projekt zu verwirklichen und von den vielen Erfahrungen in Salzgitter zu lernen“, sagt Angela Sgro, Geschäftsführerin des MütZe Ingelheim.

> Termine:

Wir leben Leben rgbLogo OHJA ohne Verbandsname rgb

logo ashokaLogo Robert Bosch Stiftunglogo BfFSFJ rgbapfelbaum logo rgb kl