Unsere Website verwendet Cookies. Durch Klick auf den grünen Button geben Sie Ihre Zustimmung zur Verwendung von Cookies und zur Datenschutzerklärung lt. neuer EU DSGVO.

HeaderFarbbalken10px

„Frauen erhebt Euch und die Welt erlebt Euch! Kriecht aus Euren Schneckenhäusern, die Ihr für Euch und Eure Familien so liebevoll als Schutzwälle in dieser Gesellschaft gestaltet und erhaltet, und in die Ihr Euch viel zu oft gemütlich verkriecht oder irritiert zurückzieht. Erobert Euch mit Euren Kindern einen Platz in der Öffentlichkeit. Gründet Mütterzentren!“

Dieser Aufruf erscheint 1983 in dem längst vergriffenen, aber als Download verfügbaren Taschenbuch „Mütter im Zentrum. Mütterzentrum“ und ermutigt Frauen deutschlandweit Mütterzentren zu gründen. Das Buch ist Erfahrungsbericht und Gebrauchsanleitung in einem.

Fünf Jahre zuvor sind Modellprojekte in Salzgitter, Darmstadt und München an den Start gegangen. Wissenschaftlich begleitet vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. Die Forscherinnen des DJI gehen der Frage nach, wie Angebote für Familienhilfe aussehen müssen, damit sie auch wirklich bei denen ankommen, die sie dringend benötigen.

Zuschauen-Mitmachen-Selbermachen

So heißt die Antwort der Mütterzentren darauf und auf dieser Form der Selbsthilfe basiert die Arbeit in den Häusern bis heute. Das Prinzip: Mütter treffen sich in den Häusern, um sich auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen, Dienstleistungen anzubieten und Geld zu verdienen, während gleichzeitig ihre Kinder betreut werden. Alles unter einem Dach.

Politik und Medien nehmen Mütter endlich wahr. Im November 1986 kommen 500 Mütter mit 200 Kindern zu dem Partei Kongress der Grünen und fordern mehr Selbstbestimmung und bessere Rahmenbedingungen für gesellschaftliche Teilhabe. Frauen aus ganz Deutschland besuchen auch 1988 den Mütterkongress in Langen bei Frankfurt am Main, protestieren gegen Fremdbestimmung, überkommene Familienbilder und diskriminierende Rechtsprechung. Immer dabei: Die Kinder der Frauen. Bis heute ein Novum. Denn noch immer können Frauen oft nicht an politischen Veranstaltungen teilnehmen, weil sie nicht wissen wohin mit ihrem Nachwuchs.

Deutschlandweit entstehen 400 Mütterzentren, die alle zwei gemeinsame Merkmale haben: Ein öffentliches Wohnzimmer und das GastgeberInnen- Prinzip. Ansonsten unterscheiden sie sich in Größe, Schwerpunkten und Angeboten. Denn wie sich ein Mütterzentrum entwickelt, bestimmen diejenigen, die es mit Leben füllen und gestalten.

Zu den öffentlichkeitswirksamen Kampagnen des Bundesverbands der Mütterzentren zählt z.B. die Aktion „Schattenfrauen“, die darauf aufmerksam macht, dass viele Väter ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen. Die Plakataktion „Kinder kriegen kostet“ prangert das Armutsrisiko von Müttern an.

Nicht nur auf gesellschaftliche, auch auf demographische Entwicklungen reagieren Mütterzentren bis heute schnell und kreativ. Als die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen 2006 das SOS-Mütterzentrum in Salzgitter besucht, ist sie so begeistert, dass sie das Modell auf das Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser überträgt. Viele Mütterzentren nehmen an dem Programm teil und sind Vorreiter beim generationenübergreifenden Arbeiten.

In Salzgitter, dort wo alles begann, werden inzwischen Kinder und alte Menschen gemeinsam betreut. Das 2018 gegründete Projekt „Altersrand“ ist deutschlandweit und international einmalig.

Heute bringt der Bundesverband seine langjährige Erfahrung und Fachkompetenz in den Bereichen Familien- und Frauenpolitik, Freiwilligenarbeit, Aufwertung von Sorgearbeit und Empowerment in Fachgremien des Deutschen Frauenrats und verschiedenen Familienverbänden ein.

 

Wir leben Leben rgb

Mütterzentrum Salzgitter in den Anfangsjahren

Erster Muetterkongress 1988 in Langen (Hessen)

Mütterzentren sind Vorbild für MGH-Aktionsprogramm

Projekt Altersrand Mütterzentrum Salzgitter