In den nächsten Monaten stehen einige wichtige Termine an. Damit ihr gut planen könnt, haben wir hier alle Informationen für euch zusammengestellt. Selbstverständlich bekommt ihr zu den einzelnen Events zusätzlich vorab eine E-Mail.
Dienstag, 8. September 2026: Digitale Plauderecke
9-10 Uhr oder 12-13 Uhr, Online bei Teams
Samstag, 10. Oktober 2026: Internationaler Tag der Mütterzentren
Lasst uns auf Social Media gemeinsam sichtbar werden!
Freitag, 6. November, und Samstag, 7. November 2026: Dialogtisch moderieren (Schulung)
im Mütterzentrum Osterholz-Tenever in Bremen, mit Ute Latzel
Freitag, 20. November, und Samstag, 21. November 2026: Fachtag
im Mütterzentrum Beckum, Thema: „Offene Familienarbeit im Wandel: Zukunft gestalten, Krisen meistern“
Montag, 7. Dezember, bis Freitag, 11. Dezember 2026: Online-Themenwoche
zum Thema „Gut aufgestellt: Finanzierung, Wirkung und Zukunftsfähigkeit in Mütterzentren“, Online bei Teams
Nicht jede Unterstützung kann und muss ein Mütterzentrum selbst leisten. Aber ein offenes Ohr und der Hinweis auf die richtige Anlaufstelle können ein wichtiger erster Schritt sein.
Genau deshalb stellen wir in unserer Instagram-Reihe „Hilfe sichtbar machen“ jede Woche Beratungs- und Hilfsangebote vor. Viele davon bieten auch Materialien, die ihr unkompliziert in euren Mütterzentren sichtbar machen könnt. Deshalb haben wir euch einige Plakate und Infomaterialien zum Ausdrucken oder Bestellen zusammengestellt.
Vielleicht finden einige der Plakate auch bei euch einen sichtbaren Platz.
Plakate der Nummer gegen Kummer: https://www.nummergegenkummer.de/aktuelles/materialien/
Plakat Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, auch mehrsprachig: https://www.hilfetelefon.de/materialien/materialien-bestellen/
Plakat Schreiben statt Schweigen: https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/291254/03a6ddef9360c69916c9955df69d69a8/hilfen-im-netz-plakat-data.pdf
Weitere Informationen: https://www.hilfenimnetz.de/
Politische Entscheidungen zeigen ihre Wirkung im Alltag von Familien. In Mütterzentren erleben wir, wo Rahmenbedingungen tragen und wo sie zusätzlichen Druck erzeugen.
Genau deshalb schauen wir hin, wenn politische Debatten Mütter und Sorgeverantwortliche betreffen. Im Folgenden zeigen wir drei aktuelle Themen, die uns aus Sicht der Mütterzentren besonders wichtig sind.
Familien brauchen Verlässlichkeit
Beim Elterngeld soll die maximale Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate verkürzt werden, gleichzeitig sind mehr festgelegte Partnermonate vorgesehen. Beim Unterhaltsvorschuss steht im Raum, die Leistung künftig nur noch bis zum 16. statt bis zum 18. Geburtstag zu zahlen. Noch sind diese Änderungen nicht beschlossen.
Beide Debatten haben wir aus Sicht der Mütterzentren aufgegriffen. Denn für uns ist klar: Familienpolitische Leistungen sollen Familien entlasten und Sicherheit geben. Mutterschaft darf nicht zum finanziellen Risiko werden. Wer für die Betreuung eines Kindes Erwerbsarbeit reduziert, darf dadurch nicht dauerhaft schlechter abgesichert sein.
Gleicher Lohn ist eine Frage von Gleichstellung
Als Erstunterzeichnerin unterstützen wir die Petition zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie.
Denn Sorgearbeit, Erwerbsarbeit und wirtschaftliche Eigenständigkeit hängen eng zusammen. Wer Verantwortung für Kinder oder Angehörige übernimmt, darf daraus nicht zusätzlich langfristige finanzielle Nachteile tragen. Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit gehört deshalb für uns zu den Rahmenbedingungen echter Gleichstellung.
Wer die Petition ebenfalls unterstützen möchte, findet sie hier: https://weact.campact.de/petitions/gleicher-lohn-fur-gleiche-arbeit-jetzt
Stillen muss auch im öffentlichen Raum selbstverständlich sein
Die Aktion #ichstillwoichwill unterstützen wir weiterhin. Sie macht sich dafür stark, dass Mütter ihr Kind dort stillen können, wo es Hunger hat, Nähe oder Beruhigung braucht. Auch im öffentlichen Raum und ohne Rechtfertigungsdruck.
Das berührt einen Grundgedanken der Mütterzentren unmittelbar. Sie sind aus dem Wunsch entstanden, dass Mütter mit ihren Kindern selbstverständlich am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Mütterzentren leben das bis heute: Kinder gehören dazu. Sorgearbeit darf sichtbar sein. Und gesellschaftliche Teilhabe muss auch mit Sorgeverantwortung möglich sein.
Was in euren Mütterzentren täglich sichtbar wird, ist auch politisch relevant. Denn hier zeigt sich ganz konkret, wo Familien Unterstützung brauchen, wo Rahmenbedingungen nicht tragen und was Teilhabe möglich macht. Genau dieses Praxiswissen ist eine Stärke der Mütterzentrumsbewegung.
Seit den 1980er-Jahren schaffen Mütterzentren und offene Häuser Orte der Begegnung, Solidarität und Selbsthilfe. Viele Menschen haben diese Bewegung geprägt und über Jahrzehnte mitgestaltet. Diese Geschichte möchten wir bewahren und sichtbar machen.
Gemeinsam mit dem Mütterforum Baden-Württemberg sammeln wir Erfolgsgeschichten, Kampagnen und Meilensteine der Mütterzentrumsbewegung. Die Materialien werden zeitlich eingeordnet und zu einem lebendigen Zeitstrahl der gemeinsamen Geschichte zusammengeführt.
Dazu brauchen wir euch: Wenn ihr Materialien zur Geschichte eures Hauses oder der Mütterzentrumsbewegung allgemein habt, teilt sie gerne mit uns! Ihr müsst nichts sortieren oder aufbereiten. Auch einzelne Fundstücke, Fotos oder spontane Erinnerungen sind wertvoll.
Schickt eure Materialien gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Große Dateien könnt ihr uns nach Absprache selbstverständlich auch auf anderem Weg übermitteln.
Wichtig: Da wir ausgewählte Materialien später veröffentlichen möchten, achtet bitte darauf, dass ihr die entsprechenden Rechte habt oder die Materialien zur Veröffentlichung weitergegeben werden dürfen.
Mit euren Beiträgen wird sichtbar, wie die Mütterzentrumsbewegung entstanden ist, was sie bewegt hat und wie sie sich über die Jahrzehnte entwickelt hat. So entsteht ein gemeinsames Gedächtnis der Bewegung – und zugleich eine Inspiration für kommende Generationen von Engagierten.
Wir freuen uns auf eure Geschichten und Schätze aus den vergangenen Jahrzehnten!
Ein gemeinsames Projekt von
Bundesverband der Mütterzentren e. V.
und
Mütterforum Baden-Württemberg e. V.
Demokratie lebt vom Austausch. Denn Interessen können nur vertreten werden, wenn sie immer wieder laut geäußert werden.
In Mütterzentren seht ihr täglich, was Familien bewegt: Anerkennung von Sorgearbeit, Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eure Perspektive ist wertvoll – und muss gehört werden.
Doch nicht jedes Mütterzentrum hat bereits Kontakte zu Abgeordneten aus der eigenen Region. Wenn ihr herausfinden möchtet, wer euren Wahlkreis in Landtag oder Bundestag vertritt, kann die Plattform abgeordnetenwatch.de eine hilfreiche erste Anlaufstelle sein: www.abgeordnetenwatch.de/profile
Dort findet ihr u.a. Informationen zu Ausschussmitgliedschaften, Abstimmungen sowie bereits gestellten Fragen und Antworten. Die Plattform ist dabei nur eine von mehreren Kontaktmöglichkeiten. Natürlich könnt ihr Abgeordnete auch direkt über ihre Büros erreichen. Gerade wenn ihr die Arbeit eures Mütterzentrums vorstellen oder auf Erfahrungen und Bedarfe von Familien vor Ort aufmerksam machen möchtet, ist ein persönlicher Kontakt hilfreich.
Egal wo, probiert es gerne aus: Tretet mit Politikerinnen und Politikern in Kontakt. Stellt eure Fragen. Macht sichtbar, was Familien vor Ort wirklich bewegt. Macht sichtbar, was Mütterzentren und offene Häuser leisten. So wird aus Alltagserfahrung politischer Dialog.
Seit August ist der Bundesverband Mitglied der Allianz gegen Einsamkeit.
Wer Einsamkeit wirksam begegnen will, braucht Orte, an denen Gemeinschaft im Alltag entstehen kann. Mütterzentren sind genau solche Orte: niedrigschwellig, verlässlich und nah an den Menschen. Als Teil der sozialen Infrastruktur vor Ort stärken sie Begegnung, Teilhabe und tragfähige soziale Netzwerke.
Die Erfahrungen aus rund 350 Mütterzentren möchten wir in die Allianz einbringen und dazu beitragen, wirksame Ansätze gegen Einsamkeit stärker sichtbar zu machen.
Zum Auftakt der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ fand in Berlin die 5. Konferenz des Kompetenznetz Einsamkeit statt. Gleichzeitig wurde die neue Allianz gegen Einsamkeit gestartet, die vom Bundesfamilienministerium initiiert wurde.
Unsere Vorständin Yvonne war für den Bundesverband vor Ort. Für uns wurde dabei noch einmal deutlich: Einsamkeit kann alle treffen, in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen. Und da sie oft privat bleibt, muss es offene Begegnungs- und Vernetzungsmöglichkeiten geben.
Genau hier sind Mütterzentren wichtig. Sie schaffen offene Orte im Quartier, an denen Menschen niedrigschwellig miteinander in Kontakt kommen können. Niemand muss eine Diagnose, einen Antrag oder einen Nachweis mitbringen. Menschen können einfach kommen, mit ihren Kindern, ihren Fragen, ihrer Erfahrung und ihrem Wunsch nach Begegnung.
Die Konferenz hat gezeigt: Gegen Einsamkeit braucht es verlässliche Netzwerke, gute lokale Strukturen und Orte, die Menschen tatsächlich erreichen. Einsamkeit wird dort spürbar, wo Menschen leben: im Stadtteil, im Dorf, in der Nachbarschaft.
Ein praktischer Impuls: Auch Stadtbüchereien verstehen sich zunehmend als Orte für Begegnung, Selbsthilfe und Austausch. Vielleicht gibt es auch bei euch eine Bücherei, mit der gemeinsame Angebote, Vorträge oder Begegnungsformate möglich wären?
Unser Fazit: Einsamkeit lässt sich nicht mit einzelnen Aktionen lösen. Es braucht dauerhaft offene Orte, weniger Hürden für Engagement und starke Gemeinschaften vor Ort. Mütterzentren leisten dazu jeden Tag einen wichtigen Beitrag.
Bewerbt euch jetzt: Das Kompetenznetz Einsamkeit und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend vergeben 2026 erstmals den Deutschen Gemeinsamkeitspreis. Ausgezeichnet werden Projekte, Organisationen und Initiativen, die Einsamkeit verringern und soziale Verbundenheit stärken.
Wir möchten euch ausdrücklich ermutigen, euch mit euren Projekten zu bewerben. Zeigt, wie vielfältig eure niedrigschwelligen Begegnungsangebote gegen Einsamkeit wirken: im offenen Treff, in Gruppenangeboten, durch Nachbarschaftshilfe und generationenübergreifende Projekte oder einfach durch Orte, an denen Menschen willkommen sind.
Das Preisgeld beträgt insgesamt 25.000 Euro. In jeder Kategorie werden drei Projekte ausgezeichnet: mit 3.000 Euro, 2.000 Euro und 1.250 Euro.
Bewerbungen sind bis zum 16. August 2026 möglich.
Weitere Informationen und Bewerbung findet ihr hier.
Einsamkeit ist oft unsichtbar. Sie ist das fehlende Gespräch im Alltag, der leere Vormittag oder das Gefühl, mit Verantwortung allein zu sein.
Für Mütterzentren ist dieses Thema zentral. Denn Einsamkeit betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch Mütter, Alleinerziehende, Menschen mit Sorgeverantwortung, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationsgeschichte oder Menschen in Umbruchsituationen können Einsamkeit erleben. Wer viel Sorgearbeit leistet, hat oft weniger Zeit, Kraft und Möglichkeiten für soziale Teilhabe.
Mütterzentren setzen genau dort an: mit offenen Türen, verlässlicher Begegnung und echter Zugewandtheit. Sie sind Orte, an denen niemand erst ein Problem nachweisen muss, um willkommen zu sein.
Der Landesverband der Mütterzentren NRW hat das Thema Einsamkeit bereits 2023 im Rahmen des digitalen Fachtags Familie aufgegriffen und dazu die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ veröffentlicht. Darin werden Mütterzentren und Mehrgenerationenhäuser als öffentliche Wohnzimmer beschrieben: als niedrigschwellige Begegnungsorte im Quartier, an denen Menschen willkommen sind, miteinander ins Gespräch kommen und eigene Erfahrungen einbringen können.
Für uns als Bundesverband der Mütterzentren ist klar: Gegen Einsamkeit reichen einzelne Projekte nicht aus. Es braucht Orte, die dauerhaft offen sind, Vertrauen wachsen lassen und Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ernst nehmen. Mütterzentren sind solche Orte.
Zum Weiterlesen:
Die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ des Landesverbands der Mütterzentren NRW
Digitaler Vortrag von Jun.-Prof. Dr. Susanne Bücker zum Fachtag Familie 2023 des Landesverbandes der Mütterzentren in NRW e.V.
Nicht jede Familie hat Großeltern vor Ort. Manchmal leben sie weit weg. Manchmal sind sie früh verstorben. Manchmal gibt es keinen Kontakt. Was dann fehlt, ist oft mehr als praktische Unterstützung. Es fehlt ein Mensch mit Zeit, Lebenserfahrung und einem offenen Ohr.
Genau hier setzt die Wunschgroßelternvermittlung im Mütterzentrum Braunschweig an. Seit 2006 bringt das Mütterzentrum Familien mit älteren Menschen zusammen, die Freude am Kontakt mit Kindern haben und sich eine sinnvolle Aufgabe wünschen. In diesem Jahr feiert das Projekt sein 20-jähriges Bestehen.
Die Anfragen zeigen, wie groß der Bedarf ist. Da ist die alleinerziehende Mutter, die Arbeit und drei kleine Kinder vereinbaren muss und sich jemanden wünscht, dem sie auch einmal ihr Herz ausschütten kann. Da ist der Vater, der nach dem Tod seiner Frau eine vertraute weibliche Bezugsperson für seine Kinder sucht. Und da sind ältere Menschen, deren eigene Familie weiter weg lebt und die sich wünschen, wieder Teil eines lebendigen Familienalltags zu sein.
Das Mütterzentrum Braunschweig bringt diese Menschen nicht einfach nur zusammen. Es begleitet die ersten Schritte sorgfältig, nimmt Familien und Wunschgroßeltern auf, führt Gespräche, bereitet passende Begegnungen vor und bleibt auch nach einer Vermittlung ansprechbar.
Wie viel dabei entstehen kann, zeigt eine Szene aus einem Kennenlerngespräch. Ein Schulkind trifft zum ersten Mal einen möglichen Wunschgroßvater. Das Kind hat lange auf eine Vermittlung gewartet. Am Ende verabschiedet es sich mit den Worten: „Ich bin mir sicher, dass Sie genau der richtige Großvater für mich sind.“
Solche Momente zeigen, worum es im Kern geht: Einsamkeit betrifft nicht nur eine Altersgruppe. Familien können sich einsam fühlen, wenn Unterstützung fehlt. Ältere Menschen können sich einsam fühlen, wenn der Alltag still wird. Kinder können etwas vermissen, wenn vertraute ältere Bezugspersonen fehlen.
In Braunschweig sind in den vergangenen zwanzig Jahren rund 400 Vermittlungen entstanden. Viele Wunschgroßeltern treffen „ihre“ Familien regelmäßig, begleiten Kinder über Jahre, hören zu, spielen, gehen nach draußen oder sind einfach da.
Das ist keine klassische Dienstleistung, es ist gelebte Familienselbsthilfe. Hier wird deutlich, wie Mütterzentren gegen Einsamkeit wirken: nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit Beziehungen, die wachsen dürfen.
Gerade deshalb sind Projekte wie die Wunschgroßelternvermittlung so wertvoll. Sie machen sichtbar, was Mütterzentren seit Jahrzehnten stark macht: offene Türen, gelebte Gemeinschaft und die Überzeugung, dass Sorgearbeit nicht allein in der Familie bleiben darf, sondern eine gemeinsame Aufgabe ist.
Danke an Nina Schenk und Melanie Moronga vom Mütterzentrum Braunschweig für die Einblicke in die Wunschgroßelternvermittlung.