Einsamkeit ist oft unsichtbar. Sie ist das fehlende Gespräch im Alltag, der leere Vormittag oder das Gefühl, mit Verantwortung allein zu sein.
Für Mütterzentren ist dieses Thema zentral. Denn Einsamkeit betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch Mütter, Alleinerziehende, Menschen mit Sorgeverantwortung, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationsgeschichte oder Menschen in Umbruchsituationen können Einsamkeit erleben. Wer viel Sorgearbeit leistet, hat oft weniger Zeit, Kraft und Möglichkeiten für soziale Teilhabe.
Mütterzentren setzen genau dort an: mit offenen Türen, verlässlicher Begegnung und echter Zugewandtheit. Sie sind Orte, an denen niemand erst ein Problem nachweisen muss, um willkommen zu sein.
Der Landesverband der Mütterzentren NRW hat das Thema Einsamkeit bereits 2023 im Rahmen des digitalen Fachtags Familie aufgegriffen und dazu die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ veröffentlicht. Darin werden Mütterzentren und Mehrgenerationenhäuser als öffentliche Wohnzimmer beschrieben: als niedrigschwellige Begegnungsorte im Quartier, an denen Menschen willkommen sind, miteinander ins Gespräch kommen und eigene Erfahrungen einbringen können.
Für uns als Bundesverband der Mütterzentren ist klar: Gegen Einsamkeit reichen einzelne Projekte nicht aus. Es braucht Orte, die dauerhaft offen sind, Vertrauen wachsen lassen und Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ernst nehmen. Mütterzentren sind solche Orte.
Zum Weiterlesen:
Die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ des Landesverbands der Mütterzentren NRW
Digitaler Vortrag von Jun.-Prof. Dr. Susanne Bücker zum Fachtag Familie 2023 des Landesverbandes der Mütterzentren in NRW e.V.


