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Bundesverband der Mütterzentren e.V.

Fachtagung Kompetenznetz Einsamkeit: Gemeinsam gegen Einsamkeit

Kompetenznetz Einsamkeit V2Zum Auftakt der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ fand in Berlin die 5. Konferenz des Kompetenznetz Einsamkeit statt. Gleichzeitig wurde die neue Allianz gegen Einsamkeit gestartet, die vom Bundesfamilienministerium initiiert wurde.

Unsere Vorständin Yvonne war für den Bundesverband vor Ort. Für uns wurde dabei noch einmal deutlich: Einsamkeit kann alle treffen, in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenslagen. Und da sie oft privat bleibt, muss es offene Begegnungs- und Vernetzungsmöglichkeiten geben.

Genau hier sind Mütterzentren wichtig. Sie schaffen offene Orte im Quartier, an denen Menschen niedrigschwellig miteinander in Kontakt kommen können. Niemand muss eine Diagnose, einen Antrag oder einen Nachweis mitbringen. Menschen können einfach kommen, mit ihren Kindern, ihren Fragen, ihrer Erfahrung und ihrem Wunsch nach Begegnung.

Die Konferenz hat gezeigt: Gegen Einsamkeit braucht es verlässliche Netzwerke, gute lokale Strukturen und Orte, die Menschen tatsächlich erreichen. Einsamkeit wird dort spürbar, wo Menschen leben: im Stadtteil, im Dorf, in der Nachbarschaft.

Ein praktischer Impuls: Auch Stadtbüchereien verstehen sich zunehmend als Orte für Begegnung, Selbsthilfe und Austausch. Vielleicht gibt es auch bei euch eine Bücherei, mit der gemeinsame Angebote, Vorträge oder Begegnungsformate möglich wären?

Unser Fazit: Einsamkeit lässt sich nicht mit einzelnen Aktionen lösen. Es braucht dauerhaft offene Orte, weniger Hürden für Engagement und starke Gemeinschaften vor Ort. Mütterzentren leisten dazu jeden Tag einen wichtigen Beitrag.

 

Deutscher Gemeinsamkeitspreis 2026

Deutscher Gemeinsamkeitspreis 48x36.1Bewerbt euch jetzt: Das Kompetenznetz Einsamkeit und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend vergeben 2026 erstmals den Deutschen Gemeinsamkeitspreis. Ausgezeichnet werden Projekte, Organisationen und Initiativen, die Einsamkeit verringern und soziale Verbundenheit stärken.

Wir möchten euch ausdrücklich ermutigen, euch mit euren Projekten zu bewerben. Zeigt, wie vielfältig eure niedrigschwelligen Begegnungsangebote gegen Einsamkeit wirken: im offenen Treff, in Gruppenangeboten, durch Nachbarschaftshilfe und generationenübergreifende Projekte oder einfach durch Orte, an denen Menschen willkommen sind.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 25.000 Euro. In jeder Kategorie werden drei Projekte ausgezeichnet: mit 3.000 Euro, 2.000 Euro und 1.250 Euro.

Bewerbungen sind bis zum 16. August 2026 möglich.

Weitere Informationen und Bewerbung findet ihr hier.

 

Öffentliche Wohnzimmer gegen Einsamkeit

Broschüre Einsamkeit 48x36.1Einsamkeit ist oft unsichtbar. Sie ist das fehlende Gespräch im Alltag, der leere Vormittag oder das Gefühl, mit Verantwortung allein zu sein.

Für Mütterzentren ist dieses Thema zentral. Denn Einsamkeit betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch Mütter, Alleinerziehende, Menschen mit Sorgeverantwortung, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationsgeschichte oder Menschen in Umbruchsituationen können Einsamkeit erleben. Wer viel Sorgearbeit leistet, hat oft weniger Zeit, Kraft und Möglichkeiten für soziale Teilhabe.

Mütterzentren setzen genau dort an: mit offenen Türen, verlässlicher Begegnung und echter Zugewandtheit. Sie sind Orte, an denen niemand erst ein Problem nachweisen muss, um willkommen zu sein.

Der Landesverband der Mütterzentren NRW hat das Thema Einsamkeit bereits 2023 im Rahmen des digitalen Fachtags Familie aufgegriffen und dazu die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ veröffentlicht. Darin werden Mütterzentren und Mehrgenerationenhäuser als öffentliche Wohnzimmer beschrieben: als niedrigschwellige Begegnungsorte im Quartier, an denen Menschen willkommen sind, miteinander ins Gespräch kommen und eigene Erfahrungen einbringen können.

Für uns als Bundesverband der Mütterzentren ist klar: Gegen Einsamkeit reichen einzelne Projekte nicht aus. Es braucht Orte, die dauerhaft offen sind, Vertrauen wachsen lassen und Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ernst nehmen. Mütterzentren sind solche Orte.

Zum Weiterlesen:
Die Broschüre „So lonely! Wie unsere Netzwerke gegen Einsamkeit wirken“ des Landesverbands der Mütterzentren NRW
Digitaler Vortrag von Jun.-Prof. Dr. Susanne Bücker zum Fachtag Familie 2023 des Landesverbandes der Mütterzentren in NRW e.V.

 

Aus der Praxis: Mütterzentrum Braunschweig – Wenn Familie nicht in der Nähe ist

MZ Braunschweig V1

Nicht jede Familie hat Großeltern vor Ort. Manchmal leben sie weit weg. Manchmal sind sie früh verstorben. Manchmal gibt es keinen Kontakt. Was dann fehlt, ist oft mehr als praktische Unterstützung. Es fehlt ein Mensch mit Zeit, Lebenserfahrung und einem offenen Ohr.

Genau hier setzt die Wunschgroßelternvermittlung im Mütterzentrum Braunschweig an. Seit 2006 bringt das Mütterzentrum Familien mit älteren Menschen zusammen, die Freude am Kontakt mit Kindern haben und sich eine sinnvolle Aufgabe wünschen. In diesem Jahr feiert das Projekt sein 20-jähriges Bestehen.

Die Anfragen zeigen, wie groß der Bedarf ist. Da ist die alleinerziehende Mutter, die Arbeit und drei kleine Kinder vereinbaren muss und sich jemanden wünscht, dem sie auch einmal ihr Herz ausschütten kann. Da ist der Vater, der nach dem Tod seiner Frau eine vertraute weibliche Bezugsperson für seine Kinder sucht. Und da sind ältere Menschen, deren eigene Familie weiter weg lebt und die sich wünschen, wieder Teil eines lebendigen Familienalltags zu sein.

Das Mütterzentrum Braunschweig bringt diese Menschen nicht einfach nur zusammen. Es begleitet die ersten Schritte sorgfältig, nimmt Familien und Wunschgroßeltern auf, führt Gespräche, bereitet passende Begegnungen vor und bleibt auch nach einer Vermittlung ansprechbar.

Wie viel dabei entstehen kann, zeigt eine Szene aus einem Kennenlerngespräch. Ein Schulkind trifft zum ersten Mal einen möglichen Wunschgroßvater. Das Kind hat lange auf eine Vermittlung gewartet. Am Ende verabschiedet es sich mit den Worten: „Ich bin mir sicher, dass Sie genau der richtige Großvater für mich sind.“

Solche Momente zeigen, worum es im Kern geht: Einsamkeit betrifft nicht nur eine Altersgruppe. Familien können sich einsam fühlen, wenn Unterstützung fehlt. Ältere Menschen können sich einsam fühlen, wenn der Alltag still wird. Kinder können etwas vermissen, wenn vertraute ältere Bezugspersonen fehlen.

In Braunschweig sind in den vergangenen zwanzig Jahren rund 400 Vermittlungen entstanden. Viele Wunschgroßeltern treffen „ihre“ Familien regelmäßig, begleiten Kinder über Jahre, hören zu, spielen, gehen nach draußen oder sind einfach da.

Das ist keine klassische Dienstleistung, es ist gelebte Familienselbsthilfe. Hier wird deutlich, wie Mütterzentren gegen Einsamkeit wirken: nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit Beziehungen, die wachsen dürfen.

Gerade deshalb sind Projekte wie die Wunschgroßelternvermittlung so wertvoll. Sie machen sichtbar, was Mütterzentren seit Jahrzehnten stark macht: offene Türen, gelebte Gemeinschaft und die Überzeugung, dass Sorgearbeit nicht allein in der Familie bleiben darf, sondern eine gemeinsame Aufgabe ist.

Danke an Nina Schenk und Melanie Moronga vom Mütterzentrum Braunschweig für die Einblicke in die Wunschgroßelternvermittlung.

 

Unser neuer Vorstand

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Am 11. Juni haben wir während unserer Mitgliederversammlung unseren neuen Vorstand gewählt. Unsere drei Vorständinnen werden uns in den kommenden drei Jahren begleiten und nach außen vertreten.

Yvonne Plöger vom MuM Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum Münster wurde als Vorständin bestätigt. Sie beginnt ihre dritte Amtszeit und bringt ihre Perspektive zu Teilhabe, Frauengesundheit und Inklusion ein.

Daniela Hettich vom Eltern-Kind-Zentrum Stuttgart-West wurde ebenfalls für eine dritte Amtszeit bestätigt. Ihr Schwerpunkt liegt auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Sichtbarmachung von Sorgearbeit.

Sarah Bock vom Mütterzentrum Langen wurde neu in den Vorstand gewählt. Sie setzt sich besonders für die Zukunft der Mütterzentren als wichtige Anlaufstellen für Mütter, Frauen und Familien ein.

Nach vier Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit verabschieden wir Angela Sgro vom MütZe Ingelheim aus dem Vorstand. Sie ist zur neuen Wahlperiode nicht erneut angetreten. Danke, liebe Angela, für deine Zeit, deine Treue und dein Engagement für die Mütterzentren und den Bundesverband.

Herzlichen Glückwunsch an Yvonne, Daniela und Sarah und vielen Dank für euer Engagement! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit euch. Gemeinsam setzen wir uns weiter für starke Mütterzentren ein: für offene Häuser, in denen Sorgearbeit sichtbar wird, Vereinbarkeit Unterstützung findet und Gemeinschaft jeden Tag gelebt wird.

 

Materialhinweis: „Ja. Nein. Vielleicht?“

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Das Bundesfamilienministerium und das Bundesjustizministerium haben ein kostenloses Magazin für Familien mit und ohne Trauschein veröffentlicht.

Darin geht es um Fragen, die im Familienalltag oft erst dann dringend werden, wenn es schwierig wird: rechtliche und finanzielle Unterschiede zwischen Ehe und nichtehelicher Lebensgemeinschaft, Sorgerecht, Unterhalt, Rente, Trennung, Krankheit und Tod.

Für Mütterzentren kann das Heft ein hilfreiches Material für die Auslage sein. Denn viele Fragen rund um Absicherung, Sorgearbeit, finanzielle Eigenständigkeit und Familienformen begegnen euch direkt im Alltag der Häuser.

Das Magazin kann kostenlos bestellt oder als PDF heruntergeladen werden:
www.bmbfsfj.bund.de/magazin

 

Wir leben Leben rgb


Adventskalender zum Nachlesen:
24 Frauen. 24 Geschichten.

Im vergangenen Advent haben Frauenaus verschiedenen Generationen, wie Mütterzentren entstanden sind, wie sie heute wirken und warum sie für die Zukunft unverzichtbar bleiben.

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